Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Pumanha

Wer behauptet, Katzen seien wasserscheu, hat wohl noch nie einen Pumanha auf Pirsch erlebt …“ – Klumpbert Hinnisch

Die Krallen mag dieses Biest gegen Schwimmhäute eingetauscht haben, doch das macht es mit seinem Heißhunger wieder wett.“ – Zereïn, der dichtende Wandersmann

Sie haben sich also dazu entschlossen, einen Pumanha zu halten. Trauen Sie meinem fachmännischen Rat und hören Sie auf meine nächsten Worte: Sie sind wohl komplett verrückt.

Ein Pumanha ist ein Einzelgänger und wohl nicht umsonst in sumpfigen Wäldern beheimatet, denn sein Körper ist an diese Umgebung perfekt angepasst. Kaum eine Kreatur kann seiner geballten Stärke standhalten und seinen flinken Bewegungen entfliehen. Doch lassen Sie sich nicht von seinem belämmert wirkenden Aussehen täuschen! Die gewaltigen, mondförmigen Glubschaugen durchbohren nicht nur Nacht und Nebel, nein! Dem Pumanha ist dadurch auch das mühelose Erkennen der Beute unter Wasser ermöglicht. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, dass die klobigen Kugeln selbst viel mehr sind als einfache Apparaturen zum Sehen, wie es beim Menschen der Fall ist. Angeblich sollen sie damit unter Wasser jegliche Vibration spüren können, die von potentieller Beute ausgeht, um somit selbst in trübem Gewässer problemlos Opfer zu finden.

Pumanhas brauchen viel Auslauf. Das mag nun verwunderlich klingen für diejenigen, die schon einmal einen in Natura erlebt haben (und heil zurückgekehrt sind). Auch wenn diese Geschöpfe oft stundenlang regungslos wie Statuen stillhalten und tot erscheinen, laufen sie teilweise mehrere Kilometer am Stück. Spezialisten ist dieses völlig zwiegespaltene Verhalten ein Rätsel, doch der Pumanha wirft noch weitere Fragen auf!

Obwohl er an jeder Kopfseite kammähnliche Kiemen trägt, sieht man ihn beinahe ausnahmslos durch das weit offenstehende Maul atmen (selbst unter Wasser!), was ihm einen dümmlichen Eindruck verleiht. Doch geben Sie Acht, dass Sie seinem Anblick nicht erliegen. Schon viele tapfere Männer wurden ohne Vorwarnung angegriffen und getötet.

Sind Sie noch immer nicht abgeneigt, sich solch ein Wesen anzuschaffen? Dann lesen Sie weiter. Auch wenn Pumanhas im Gegensatz zu anderen Großkatzen keine Krallen mehr besitzen, sind sie nicht ungefährlicher. Persönlich würde ich sogar behaupten, dass sie noch gefährlicher sind. Ihre Zähne sind schärfer als der erste Blick verrät und der Hunger kaum zu stillen. Beginnt der Pumanha erst einmal seinen Kiefer in Fleisch zu rammen, hört er nicht auf, bis er satt ist. Und das, glauben Sie mir bitte, kann dauern. Haben Sie wirklich zu viel Geld auf der Seite, so sollten Sie ihm auch ein artgerechtes Gehege schaffen. Pumanhas lieben das Wasser, also sollten auf tiefe Teiche oder Seen nicht verzichtet werden. Am besten mit etlichen Tierchen, beziehungsweise Futterquellen darin. Frösche, Forellen, Lachse, Karpfen, Welse, Arapaimas, Krokodile, Nilpferde, Fischerbote, Fischer … So Zeug eben. Dann dürfen Sie das Dickicht nicht vergessen. So eng und hoch wie nur möglich. Diese Kreaturen lieben es, sich zwischen dem Gehölz zu verstecken oder Bäume mit ihrem massigen Körper zu knicken. Auch hier sollte auf Beute nicht verzichtet werden. Man mag es nicht glauben, doch der Pumanha frisst selbst Obst ab und zu gerne. Jedoch noch lieber sind ihm die Obstbauern. Wenn Sie einige für Ihr neues Haustier abtreten könnten, würde es sich bestimmt freuen.

Wie bitte? Sie können sich kein artgerechtes Gehege leisten? Sie wollen ihn wie einen Stubentiger in den eigenen vier Wänden halten. Dann muss ich Sie vorwarnen. Pumanhas und Hygiene sind keine Freunde. Sie riechen streng und erbrechen häufig. Bestimmt kennen Sie die kleinen, schleimigen Haarbällchen, die Ihre Katze regelmäßig auswirft? Beim Pumanha ist dies nicht anders. Ja, es sind haarlose Kreaturen, doch Fischgräten und Knochen lassen sich nur schwer verdauen. Aber sollten Sie wirklich so – verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen nun zu nahe trete – dumm sein, sich einen in Ihre Behausung zu holen, werden Sie ohnehin nicht zum Aufräumen kommen, dann werden wohl Sie aufzuräumen sein.

Konnte ich Sie dennoch nicht von dieser vollkommen hirnrissigen Idee abbringen, wünsche ich Ihnen viel Spaß und Freude mit Ihrem neuen Haustier.

Mit besten Grüßen,

Nirwa Sel’Dharc

3 Kommentare zu „Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Pumanha

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