Schlagwort-Archive: Fantasy

Rückblick 2014

Beinahe ein ganzes Jahr ist vergangen, seit ich meinen allerersten Eintrag hier in die Weiten des Internets geschickt habe. Am 18. Januar habe ich mich hiermit angekündigt: Mein erster Eintrag

Viel ist seither geschehen. Das Werk wurde vollendet, zum zweiten Mal erfolgreich überarbeitet, eine Weltkarte auf Papier gebracht und eine kleine, aber feine Fangemeinde angesammelt – und ich freue mich über jeden Einzelnen von euch! Deshalb lasst uns dieses spannende Jahr gemeinsam Revue passieren. Hier sind meine Top 5 Einträge, über die ich besonders stolz bin, die ich als wichtig empfinde oder einfach Freude daran hatte, sie auszuarbeiten. Klickt einfach auf den Titel des Beitrages und ihr werdet prompt weitergeleitet 🙂 Rückblick 2014 weiterlesen

Der erste Anzi

Und ich lief durch die finstere Nacht, über Stock und über Stein, sprang über knöcheltiefe Pfützen hinweg und versuchte mich nach jeder Landung an meine neuen Beine zu gewöhnen. Jeder Schritt war ungewohnt und neu für mich, doch hier war ich nun, inmitten eines der wenigen Wälder, die Varn zu bieten hat und rannte wie ein Geisteskranker. Doch nicht ohne Grund, denn wäre ich stehengeblieben, hätten sie mir das Fell über die Ohren gezogen. Und Fell, bei den Göttern, hatte ich seit neuem mehr als genug. Ich war zu einer Bestie verkommen und hatte Schändliches getan. „Willst du, dass sie ebenso leidet, wie du es ihretwegen musstest? Willst du ihr das Herz aus der Brust reißen und genauso sorglos damit umgehen, wie sie es mit deinem tat?“, hatte er gefragt. Hätte ich gewusst, dass er dies wörtlich meinte, wäre ich niemals darauf eingegangen. Der erste Anzi weiterlesen

Auszug aus Kapitel 6

Kapitel 6

Hoffnungslos

6

Das war ihm wohl nicht genug!“, meinte Ewa.

Das war ihm bestimmt nicht genug!“, gab Ulrich zurück.

Er kramte weiter in seinem Rucksack und warf der Bestie alles zu, das er noch so hatte: Ein Stück Brot, seine Decke, die Milchflasche – die klirrend zwischen dessen Zähnen zerbarst – und zum Schluss den Rucksack selbst, da Ulrich die Möglichkeiten ausgingen. Das Untier verschlang alles, egal ob schmackhaft oder nicht. Auszug aus Kapitel 6 weiterlesen

Falensischer Reiseführer – Echenon

Häufig streife ich wochenlang durch die Länder, nur um der Kritik meiner Frau zu entgehen.“ – Isolkis Fenre

Echenon hat mich eigentlich nie interessiert, bis ich vom Spiegel von Echenon erfahren habe.“ – Manifis Thuloris

 

Viele glaubten, dass das Königreich Echenons durch einen Putsch oder eine Intrige eines fremden Landes unterging, doch dem kann man nur widersprechen. Wer durch die Einöde Echenons marschiert, der wird rasch den grauen, seltsam schmierigen Boden bemerken. Es ist ein tristes Land, fern jeglicher göttlichen Macht, das mit einer meterdicken Ascheschicht bedeckt ist und durch selbige auch einen Großteil der Bürger verloren hat. Doch wie soll in einem Land, in dem weit und breit kein Vulkan zu sehen ist, von Asche förmlich überschüttet werden? Falensischer Reiseführer – Echenon weiterlesen

Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Nimmerling

 

Was würde ich nicht dafür tun, einen Nimmerling zu Gesicht zu bekommen. Seit Stunden sitze ich hier nun, und keiner traut sich hervorzukommen.“ – Willi’jhom das Blumenkind

Mein Vetter übte sich einst im Holzfällen. Seit er ihre Stimmen gehört hat, macht er um jeden Wald einen großen Bogen …“ – Friederich der Gute

Nimmerlinge werden häufig als Fabelwesen beschrieben, Kreaturen, die nur im Geiste existieren und nirgendwo sonst. Sie gelten als die Sprachrohre der Bäume, falls diese ungesprächigen Pflanzen wirklich je etwas zu sagen hätten. Diese Geister können sich in Luft auflösen, so heißt es; dies mag wohl der Grund sein, warum keiner an ihre Existenz glaubt. Oft werden sie als ein etwa schädelgroßer, haselnussähnlicher, brauner Körper beschrieben, mit drei tiefen, leeren, schwarzen Löchern; jeweils bei den Augen und beim Mund. Aus ihren Schalen hängen schlaksige Arme und kurze Beine und viele verzieren ihren Körper entweder mit den Blättern des Baumes, den sie als Heim beanspruchen, oder mit Ästen, Zweigen oder Ähnlichem. Wenn ein Nimmerling aufkeimt, ist das Erste, das er zu tun hat, sich seinen Lebenspartner zu suchen. Manche behaupten, dass Nimmerlinge dies aus gar nicht so selbstlosen Gründen machen, denn sie profitieren daraus mehr, als man denkt. Es mögen zwar reine Baumgeister sein, Wesen, die sich gar nicht bis kaum ernähren müssen – beziehungsweise noch nie dabei gesehen worden sind – dennoch scheinen sie die Kraft der Bäume anzuzapfen. Nun mögen Sie mich vielleicht als verrückt erklären, als einen Spinner, da noch nie jemand beweisen konnte, wirklich einen zu Gesicht bekommen zu haben, aber ich habe einen gesichtet. Glauben Sie mir, es ist auch schwierig, so etwas zu beweisen. Entreißt man den Nimmerling seinem liebgewonnen Freund – dem Baum – verkümmert er innerhalb weniger Stunden und zerfällt in feinste Brösel, nachdem er geklagt und geweint hat, wie ein Säugling. Auch die Pflanze leidet darunter und wird unter Umständen krank, geht ein oder wird anfällig für Schädlinge. Bemerkenswert dabei ist, dass diese Verbindung so eng verknüpft zu sein scheint, dass kein anderer Baum dem Nimmerling wieder auf die Beine helfen kann; oder auch umgekehrt. Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Nimmerling weiterlesen

Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Pumanha

Wer behauptet, Katzen seien wasserscheu, hat wohl noch nie einen Pumanha auf Pirsch erlebt …“ – Klumpbert Hinnisch

Die Krallen mag dieses Biest gegen Schwimmhäute eingetauscht haben, doch das macht es mit seinem Heißhunger wieder wett.“ – Zereïn, der dichtende Wandersmann

Sie haben sich also dazu entschlossen, einen Pumanha zu halten. Trauen Sie meinem fachmännischen Rat und hören Sie auf meine nächsten Worte: Sie sind wohl komplett verrückt.

Ein Pumanha ist ein Einzelgänger und wohl nicht umsonst in sumpfigen Wäldern beheimatet, denn sein Körper ist an diese Umgebung perfekt angepasst. Kaum eine Kreatur kann seiner geballten Stärke standhalten und seinen flinken Bewegungen entfliehen. Doch lassen Sie sich nicht von seinem belämmert wirkenden Aussehen täuschen! Die gewaltigen, mondförmigen Glubschaugen durchbohren nicht nur Nacht und Nebel, nein! Dem Pumanha ist dadurch auch das mühelose Erkennen der Beute unter Wasser ermöglicht. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, dass die klobigen Kugeln selbst viel mehr sind als einfache Apparaturen zum Sehen, wie es beim Menschen der Fall ist. Angeblich sollen sie damit unter Wasser jegliche Vibration spüren können, die von potentieller Beute ausgeht, um somit selbst in trübem Gewässer problemlos Opfer zu finden. Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Pumanha weiterlesen

Vom Schreibmarathon und dem infernalen Schriftführer

Letztens hatte ich eine Idee. Weder gut, noch schlecht; eher eine neutrale. Jeder, der versucht, ein eigenes Werk von mehreren hundert Seiten zu schreiben, kennt es wahrscheinlich: Ich schreibe einfach jeden Tag konsequent 5 Seiten, dann hab ich eh innerhalb 20 Tage 100 Seiten geschafft. Vom Schreibmarathon und dem infernalen Schriftführer weiterlesen

Prolog

Langsam teilte sich der Nebel vor ihnen, wie ein Vorhang, den man vorsichtig zur Seite schiebt, da man nicht weiß, ob man das, was dahinter steckt, wirklich sehen will. Die Sicht wurde frei, doch lag das wirklich in ihrem Interesse? Welche schrecklichen Dinge würden sich ihnen offenbaren? Plötzlich zeichnete sich der berüchtigte Turm vor ihnen ab. Mächtig. Imposant. Dominant. Seine Spitze wurde von grauen Wolken umtänzelt, die ihnen schelmisch den Anblick des Himmels verweigerten. Als wäre dies nicht schon genug, in dieser trostlosen Gegend. Doch einen Vorteil hatte es, dass sie endlich ihr Ziel erreicht hatten, denn somit hatten sie den Sumpf verlassen, der mit ihren Köpfen gespielt und einige von ihnen in Marionetten der Dunkelheit verwandelt hatte. Sie hatten Freunde verloren, Verbündete. Doch bald sollte alles ein Ende nehmen. Prolog weiterlesen

Von einem alten Mann, einem Hund und einem Abenteuer

Konnte ich Ihr Interesse wecken? Haben Sie sich gedacht: „Da bin ich aber gespannt?“
Wenn ja, freut mich das selbstverständlich sehr. Dann will ich Sie heute auch nicht enttäuschen und Ihnen in groben Stücken die Handlung meiner Erzählung etwas näher bringen. Von einem alten Mann, einem Hund und einem Abenteuer weiterlesen

Logbuch, erster Eintrag

Bin ich hier richtig?

Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich mich dazu entschlossen, einen Blog zu erstellen. Auf diese scheinbar gute Idee bin ich gekommen, da ich letztes Jahr begonnen habe, ein Buch zu schreiben. Nun mag man denken: Gut, letztes Jahr ist auch noch nicht lange her, ein paar Seiten kann man nicht gleich ein Buch nennen. So weit, so richtig. Es ist nicht das erste, das aus meiner Feder stammt. Nicht das erste, das ich durch intensives in-die-Tastatur-Hämmerns hirnzermarternd begonnen habe, sondern das erste, das ich auch vorhabe zu beenden. Alle anderen wurden stets nach einigen Seiten verworfen und für ‚Blödsinn‘ befunden; als Datenmüll auf der Festplatte gebunkert. Doch dieses Mal ist es anders (so hoffe ich zumindest). Immerhin ist es eine beliebte Angewohnheit meinerseits, Dinge anzufangen, jedoch bald wieder sein zu lassen. Keine gute, zugegeben. Aber dieses Mal ist es anders. Logbuch, erster Eintrag weiterlesen