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Falensischer Haustierratgeber – Der Kokormo

Ich habe diesen Laden von meinem Vater geerbt, weil er bankrott gegangen ist. Was war er auch für ein Narr, nahe der Ewigen Wäldern für Geflügel Geld zu verlangen.“ Tavernenbesitzer Zum Gackernden Huhn

Was haben mein Mann und ein Kokormo gemeinsam? Beide haben nur fressen und vögeln im Kopf.“ – schlechter Fansteiner Hausfrauenwitz, der sich dennoch größter Beliebtheit erfreut

Ach herrje, der Kokormo. Der wohl größte gefiederte Witz, der sich in Fansteins Wäldern herumtreibt. Der kugelrunde Körperbau zwingt ihn häufig dazu, von Artgenossen vor sich hergerollt zu werden, wenn ein Fressfeind in der Nähe ist. Wären seine Flügel doch nur zu mehr fähig, als zum bloßen Staub Aufwirbeln.
Das Gefieder ist regional sehr verschieden. Während in einigen Gebieten die Kokormos eher braun sind, weisen sie mancherorts einen grünen Farbton auf. Meist jedoch ergibt sich eine Mischung aus beidem. Küken sind jedoch immer braun bis ocker. Wissenschaftler glauben, eine Erklärung für die Grüntöne in Moosen gefunden zu haben, die Kokormos mit ihren Schnäbeln teilweise von Baumrinden oder Steinen schaben. Falensischer Haustierratgeber – Der Kokormo weiterlesen

Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Nimmerling

 

Was würde ich nicht dafür tun, einen Nimmerling zu Gesicht zu bekommen. Seit Stunden sitze ich hier nun, und keiner traut sich hervorzukommen.“ – Willi’jhom das Blumenkind

Mein Vetter übte sich einst im Holzfällen. Seit er ihre Stimmen gehört hat, macht er um jeden Wald einen großen Bogen …“ – Friederich der Gute

Nimmerlinge werden häufig als Fabelwesen beschrieben, Kreaturen, die nur im Geiste existieren und nirgendwo sonst. Sie gelten als die Sprachrohre der Bäume, falls diese ungesprächigen Pflanzen wirklich je etwas zu sagen hätten. Diese Geister können sich in Luft auflösen, so heißt es; dies mag wohl der Grund sein, warum keiner an ihre Existenz glaubt. Oft werden sie als ein etwa schädelgroßer, haselnussähnlicher, brauner Körper beschrieben, mit drei tiefen, leeren, schwarzen Löchern; jeweils bei den Augen und beim Mund. Aus ihren Schalen hängen schlaksige Arme und kurze Beine und viele verzieren ihren Körper entweder mit den Blättern des Baumes, den sie als Heim beanspruchen, oder mit Ästen, Zweigen oder Ähnlichem. Wenn ein Nimmerling aufkeimt, ist das Erste, das er zu tun hat, sich seinen Lebenspartner zu suchen. Manche behaupten, dass Nimmerlinge dies aus gar nicht so selbstlosen Gründen machen, denn sie profitieren daraus mehr, als man denkt. Es mögen zwar reine Baumgeister sein, Wesen, die sich gar nicht bis kaum ernähren müssen – beziehungsweise noch nie dabei gesehen worden sind – dennoch scheinen sie die Kraft der Bäume anzuzapfen. Nun mögen Sie mich vielleicht als verrückt erklären, als einen Spinner, da noch nie jemand beweisen konnte, wirklich einen zu Gesicht bekommen zu haben, aber ich habe einen gesichtet. Glauben Sie mir, es ist auch schwierig, so etwas zu beweisen. Entreißt man den Nimmerling seinem liebgewonnen Freund – dem Baum – verkümmert er innerhalb weniger Stunden und zerfällt in feinste Brösel, nachdem er geklagt und geweint hat, wie ein Säugling. Auch die Pflanze leidet darunter und wird unter Umständen krank, geht ein oder wird anfällig für Schädlinge. Bemerkenswert dabei ist, dass diese Verbindung so eng verknüpft zu sein scheint, dass kein anderer Baum dem Nimmerling wieder auf die Beine helfen kann; oder auch umgekehrt. Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Nimmerling weiterlesen

Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Pumanha

Wer behauptet, Katzen seien wasserscheu, hat wohl noch nie einen Pumanha auf Pirsch erlebt …“ – Klumpbert Hinnisch

Die Krallen mag dieses Biest gegen Schwimmhäute eingetauscht haben, doch das macht es mit seinem Heißhunger wieder wett.“ – Zereïn, der dichtende Wandersmann

Sie haben sich also dazu entschlossen, einen Pumanha zu halten. Trauen Sie meinem fachmännischen Rat und hören Sie auf meine nächsten Worte: Sie sind wohl komplett verrückt.

Ein Pumanha ist ein Einzelgänger und wohl nicht umsonst in sumpfigen Wäldern beheimatet, denn sein Körper ist an diese Umgebung perfekt angepasst. Kaum eine Kreatur kann seiner geballten Stärke standhalten und seinen flinken Bewegungen entfliehen. Doch lassen Sie sich nicht von seinem belämmert wirkenden Aussehen täuschen! Die gewaltigen, mondförmigen Glubschaugen durchbohren nicht nur Nacht und Nebel, nein! Dem Pumanha ist dadurch auch das mühelose Erkennen der Beute unter Wasser ermöglicht. Manche gehen sogar so weit zu behaupten, dass die klobigen Kugeln selbst viel mehr sind als einfache Apparaturen zum Sehen, wie es beim Menschen der Fall ist. Angeblich sollen sie damit unter Wasser jegliche Vibration spüren können, die von potentieller Beute ausgeht, um somit selbst in trübem Gewässer problemlos Opfer zu finden. Falensischer Haustier-Ratgeber – Der Pumanha weiterlesen